12 einfache
Tipps zur Baby-Zahnpflege
überarbeitet nach einer Vorlage aus prophylaxe impuls/2001; Bundesarbeitsgemeinschaft
interkulturelle Zahnmedizin und Oralprophylaxe und weiteren Empfehlungen
| 1.) | In den ersten vier bis sechs Lebensmonaten ist
es das Beste für Ihr Kind, wenn Sie es voll stillen. Danach ist ein
weiteres zusätzliches Stillen sinnvoll - allerdings nur zu festen Zeiten.
Gift für die dann schon vorhandenen Zähnchen ist ein Einschlafen an der Brust
oder mehrmaliges nächtliches Stillen! Achten und erziehen Sie frühstmöglich zu festen Zeiten hin: Nacht- und Ruhephasen sind zum Schlafen und nicht zum Trinken da. |
| 2.) | Viele Eltern geben den Kindern Obstsaft, z. B. Apfelsaft. Das ist für die gesunde Ernährung aber nicht nötig. Die wertvollen Bestandteile von Obst stecken in den ganzen Früchten und nicht so sehr im Saft. Außerdem enthalten die Obstsäfte viel Fruchtzucker und Säure, selbst wenn "ohne Zuckerzusatz" auf der Flasche steht. Säfte, auch Gemüsesäfte wie Karottensaft, sind deshalb schlecht für die Zähne. Nehmen sie ungesüßten Tee oder Mineralwasser |
| 3.) | Kaufen Sie nur Nuckelflaschen aus Glas. Geben Sie Ihrem Kind keine Plastikflaschen zur "Selbstbedienung" mit ins Bett oder in den Kinderwagen |
| 4.) | Bringen Sie Ihr Kind mit Liebe ins Bett, nicht
mit der Nuckelflasche. Für das Lutschen und Saugen reicht ein
medizinischer Nuckel - aber ohne Flasche dran! Ein medizinischer Schnuller
ist für Säuglinge wichtig, da sie noch ein erhöhtes Saugbedürfnis haben.
Sind die ersten Zähnchen da, so sollten Sie diese Nuckeleien langsam
abgewöhnen Wenn Ihr Kind nachts nicht durchschläft, versuchen Sie es zu beruhigen und nicht den Mund mit der Nuckelflasche zu stopfen. Mit 2 Jahren sollten Sie das Nuckeln langsam ganz abstellen, da sonst bleibende Kieferverformungen entstehen, die später mit einer teuren Regulierung korrigiert werden müssen. |
| 5.) | Sobald Ihr Kind allein sitzen kann, lassen Sie es aus einer Tasse trinken. Oft wird noch gekleckert - geben Sie Wasser, das macht keine klebrigen Flecken. Eine Trink-Lerntasse oder Schnabeltasse brauchen die meisten Kinder nicht. Wenn doch, nur einen Monat lang - dann weg damit! Spätestens ab dem 1. Geburtstag sollte Ihr Kind nur noch aus einer Tasse oder einem Becher trinken. |
| 6.) | Für unterwegs reicht klein geschnittenes Obst oder Gemüse. Kleinkinder "lutschen" auch gern an Knäckebrot. |
| 7.) |
Schon
der erste Milchzahn will gepflegt werden. Beginnen Sie mit einer kleinen,
weichen Zahnbürste oder mit "Babys
erster Zahnbürste". Mama und Papa können sich
die Aufgabe teilen.Einer bürstet die Zähne des Kindes am Morgen und einer vor dem Zubettgehen. Abends bitte eine erbsengroße Menge Kinder-Zahnpaste (siehe unter Tipp 9.) auf die Bürste geben. Danach gibt es dann auch nichts Süßes mehr zu trinken oder zu essen. |
| 8.) | Schauen Sie immer wieder einmal die Zähne Ihres Kindes genauer an. Schieben Sie die Oberlippe nach oben. Sind die Schneidezähne sauber oder ist Zahnbelag zu sehen? |
| 9.) | Kaufen Sie zum Kochen und Salzen Speisesalz mit
der Aufschrift "Jod und Fluoride" wenn Ihr Kind an der Familienkost
teilnimmt. Verwenden Sie eine fluoridhaltige Zahnpasta, wenn Sie sicher
sind, dass diese nicht in größeren Mengen verschluckt wird. Achten Sie
aber bei zugeführten Fluoridpräparaten darauf, dass es nicht zu viele
sind.
Sollten Sie die Nahrung mit Mineralwasser zubereiten, beachten Sie
unbedingt in diesem Zusammenhang dessen Fluoridgehalt, um nicht eine
Überdosierung und damit Schäden auszulösen! (Fluoridgehalte von 400
Mineralwassern, Stand 2004: |
| 10.) | Tun Sie etwas für Ihre eigenen Zähne. Notwendig
ist gute Zahnreinigung mit Zahnbürste, Zahnzwischenraum-Bürstchen
oder Zahnseide. Verwenden Sie eine Fluorid-Zahnpaste und seien Sie
sparsam mit süßen Zwischenmahlzeiten. Der Zahnarzt hilft bei
Karies und Zahnfleisch-Erkrankungen und sorgt für ein gutes
"Mundgefühl" durch eine
Professionelle
Zahnreinigung (PZR). Wenn es ihr Kind zulässt, nehmen Sie es mit in die Zahnarztpraxis, damit es sich an das Umfeld gewöhnt. Ab 2 Jahren sollten dann die Zähne in der Praxis untersucht werden, auch wenn sie glauben, dass alles OK ist. |
| 11.) | Wenn Sie täglich einige Stück Xylit-Kaugummi kauen, beugt das ebenso wie eine eigene gesunde Mundhöhle (s. Tipp 10.) der Übertragung von "Karieskeimen" auf das Kind vor. Xylit ist ein natürlicher Süßstoff, der auch in Früchten vorkommt. Die Kaugummis sollten nur Xylit und nicht noch andere Süßstoffe enthalten. |
| 12.) | Zeigen Sie dem Zahnarzt, der
Prophylaxeassistentin und dem Kinderarzt die gesunden Zähne Ihres
Kindes. Freuen Sie sich über den Erfolg. Und nicht zuletzt: Legen Sie als Erziehungsberechtigte einen Grundstein für eine lebenslange zahngesunde Ernährung. Achten Sie schon frühzeitig darauf, möglichst stark zucker- oder kalorienhaltige Getränke und Speisen zu meiden. Glauben Sie nicht den zahlreichen Werbespots über angeblich "gesunde Produkte", besonders für "Zwischendurch". Hersteller sind nicht an der Zahngesundheit Ihrer Kinder interessiert, sondern freuen sich, wenn der Umsatz stimmt. Achten Sie auch noch im Jugendlichenalter darauf, dass die Zähne regelmäßig und richtig geputzt werden. Die NUK-Fibel "Mund und
Zähne" ist eine ausgezeichnete Informationsbroschüre von der
Schwangerschaft bis hin zum ersten Zahnarztbesuch des Kleinkindes.
Zusätzlich werden viele Fragen beantwortet und praktische Tipps für den
Alltag gegeben. Download als PDF-Datei: |