Zahnwissen-Lexikon   Wa - Wm
Wn - Wz  
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w
ehemaliges Kürzel in einem Heil- u. Kostenplan für einen erkrankten, aber erhaltungswürdigen Zahn (wurde durch "ww" ersetzt). Ab 2005 ersetzt durch:
ew =ersetzter, aber erneuerungsbedürftiger Zahn, kw = erneuerungsbedürftige Krone, pw =erhaltungswürdiger Zahn mit partiellen Substanzdefekten, rw = erneuerungsbedürftige Wurzelstiftkappe, sw = erneuerungsbedürftige Suprakonstruktion, tw = erneuerungsbedürftiges Teleskop, ww = erhaltungswürdiger Zahn mit weitgehender Zerstörung

Waardenburg-Syndrom ; van Waardenburg-Syndrom; angeborene (autosomal dominant) multiple Fehlbildungen u.a. mit Gesichtsdeformationen; http://de.wikipedia.org/wiki/Waardenburg-Syndrom

Wachs
Dentalwachs, engl.: wax; Oberbezeichnung für eine Vielzahl von Wachsen oder wachsähnlichen Verbindungen, welche in der Zahnheilkunde und Zahntechnik zum Einsatz kommen. Während früher fast nur natürliche Wachse auf Bienenbasis zur Anwendung kamen, sind heute überwiegend rein oder kombiniert synthetische W., häufig gemischt mit anderen Stoffen (Parafinen, Stearinen) und Farbzusätzen anzutreffen. Derartige Mischungen machen einen individuellen Härtegrad und eine temperaturgesteuerte Erweichung (reversible Plastizität) möglich. Untergruppen der W. sind Bisswachse, Gusswachse, Klebewachse, Modellwachse. http://www.dentalwax.com

Wachsaufstellung
Zahnaufstellung, Aufstellung, engl.: set-up, wax-up; Aufstellen von künstlichen Zähnen auf eine Basisplatte mit Wachswällen in einem Dentallabor mit anschließender Einprobe ("Wachseinprobe", engl.: wax try-in) im Mund des Patienten, um vor Fertigstellung eine Überprüfung von Zahnform, Zahnstellung, Zahnfarbe, Okklusion (statisch u. dynamisch) und Lautbildung vornehmen zu können. Dadurch, dass die Kunstzähne in einer Wachs-Umgebung aufgestellt sind, lassen sich leicht entsprechende Korrekturen vornehmen. Umänderungen der fertigen (Kunststoff-)Prothese bereiten dagegen einen erheblichen zahntechnischen Arbeits- und Kostenaufwand.
Bisserhöhung, CPC-Linie, Mörser-Pistill-Prinzip, Nasenbasislinie, Vollprothese, Wachs
Video

Wachsbiss
Wachs-Quetschbiss, einfaches Registrat, engl.: wax-bite;  Zusammenbiss der Zähne auf eine erweichte Wachsplatte oder einen Wachswall (auf einer Basisplatte) zur einfachen Bestimmung der Kieferrelation um damit im Artikulator eine Übertragung der Bisslage (Lagebeziehung vom Unterkiefer zum Oberkiefer in Okklusion) vornehmen zu können.
Artikulator, Bissnahme, Bissschablone, Checkbiss, Registrat, Registrierung, Wachs


Wachseinprobe , engl.: wax try-in; Wachsaufstellung

Wachsmodell
engl.: wax model o. pattern; gängiges Verfahren bei der Herstellung von Gussobjekten oder auch Prothesen: Die spätere Zahnersatzarbeit wird als Modell exakt in Wachs modelliert und dann - nach Einbettung in einen Gipsträger und "Ausbrennen" oder "Auskochen" des Wachses, sodass eine Negativform entsteht -  durch das entsprechende Endmaterial (Kunststoff, Legierung) ersetzt.
Assembling-Verfahren, Wachs

Wachstumskurve
engl.: growth curve; graphische Darstellung des Körperlängenwachstums (in cm pro Zeiteinheit) - getrennt nach Geschlechtern - als Mitentscheidung bei einer kieferorthopädischen Behandlung ("Wachstumsanalyse"), wenn es darum geht, den günstigsten Zeitpunkt für eine bestimmte Therapie zu bestimmen. Gebräuchlich ist die W. modifiziert nach Greulich und Pyle auf der Basis das Hand-Längenwachstums.
Hand-Röntgenaufnahme
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/

Wachstumslinie , von Ebner Linie, Konturlinien, engl.: incremental line; Retziusstreifen

Wachswall , engl.: wax-wall; Bissschablone

Wahltarif
engl.: selection tariff; der Leistungsanspruch der Gesetzlich Versicherten entspricht dem gesetzlich festgelegten Leistungskatalog ihrer Krankenkasse. Vereinbart werden können allerdings Varianten bei der Kostenübernahme (z.B. Selbstbehalt- oder Beitragsrückerstattungstarife) mit den Kassen.
GKV-WSG (Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung), Zusatzversicherung
Zahnzusatzversicherungen - Bausteine der Versorgung (2013) o. © zm-online
WaizmannTabelle - Zahnzusatzversicherungen im Vergleich

Waldeyer Rachenring ; Rachenring

Walkhoff
Otto W., Berliner Zahnarzt, 1860-1934; bekannt u.a. durch

Gangränbehandlung, Jodoform, Phenol
http://www.tarzahn.de/Timbuktu%20Methode/B.Speich_Diss.pdf (ausführlich zu dieser Materie, Dissertation)

walking bleach ; internes, koronales Bleichen eines (devitalen) Zahnes; Bleichen

Walser Matrize , engl.: Walser's matrix; halterlose, X- oder O-förmige Matrize, welche durch Federspannung innerhalb der Zahnreihe befestigt wird

Wanderung von Zähnen ; engl.: tooth migration Zahnwanderung

Wange
Bucca
, Backe, engl.: cheek; der die seitliche Mundhöhlenwand bildende Teil des Gesichtes; Träger des Backenmuskels (Musculus buccinator, Jochbogen) und im hinteren Teil des Masseter Muskels ( Kaumuskulatur). Die paarigen W. beginnen unterhalb der Augenhöhlen und werden nach hinten durch die Ohren und nach vorne durch Nase und Unterkiefer begrenzt. Die Farbe der W. wird seit jeher als Ausdruck der Körpergesundheit gesehen.
Jochbogen, zygomatische Falte

Wangenbändchen
engl.: cheek fraenum; ähnlich dem Lippenbändchen im Prämolarenbereich befindliche, unterschiedlich ausgeprägte Schleimhautfalten, welche von der Innenseite der Wange zum Alveolarfortsatz verlaufen. Da diese Bänder aktiv bei der Gesichtsmimik mitwirken, kann es bei stärkerer Ausprägung der W. bei Vollprothesenträgern derart zu Problemen führen, dass die Prothese "abgehebelt" wird, also ihre Saugkraft verliert.

Wangenbein ; Jochbein

Wangenbrand , engl.: gangrenous stomatitis, noma; Noma

Wangenmuskeln
Wangenmuskulatur
, engl.: cheek muscles; als Hauptmuskel der beweglichen Wange gilt der M. buccinator, welcher im hinteren Bereich vom M. masseter und im oberen Bereich vom M. zygomaticus überdeckt wird.
 
Kaumuskulatur

Wangenspalte , Meloschisis, Gesichtskolobom, Morian-Spalte, engl.: facial (oblique) cleft; sehr selten auftretende Missbildung; Gesichtsspalten

Wärmetherapie
Wärmebehandlung, engl.: hyperthermia; in der ZHK selten durchgeführte Maßnahmen zum Auslösen einer örtlich begrenzten Wärme und damit Anregung einer Mehrdurchblutung (Hyperämie, Stoffwechselanregung) in diesem Gebiet durch Gefäßerweiterung. Zum Einsatz können kommen:
Rotlicht ("Infrarotlicht; infrared radiation", meist weiße Lichtquelle mit vorgeschaltetem Rotfilter) zur Erwärmung der obersten Körperschicht (nur wenige Millimeter tief ins Gewebe; Cave: Verbrennungen bei zu geringem Abstand und Augenschutz!)
Mikrowellen-Strahlen, welche etwa in einer Tiefe bis zu 5 cm entstehen und so ihre Wirkung besonders am Knochen entfalten; Mikrodiathermie
Umschläge, z.B. mit Enelbin™-Paste, Fango-Packungen

WANZ Abk. von Wirtschaftlich-Ausreichend-Notwendig-Zweckmäßig; Wirtschaftlichkeitsgebot

Wartezeit / Termine  ; die Wartezeitunterschiede zwischen GKV- und PKV-Mitgliedern in Arztpraxen sind marginal, bei der Terminvergabe gibt es jedoch größere Unterschiede.
Anzahl/Art der (Zahn-)Arztbesuche u. deren Wartezeit (©: BKK Bundesverband / TNS Healthcare, 2008 u. 2011, Power-Point-Vorlage)

Wasserentkeimung
an zahnärztlichen Behandlungseinheiten, engl.: water sterilisation; das Robert-Koch-Institut (RKI) schreibt dazu in seinen Hygienerichtlinien (2006, ©: RKI-2006): : "... In Dentaleinheiten darf gem. § 3 Trinkwasserverordnung nur Wasser eingespeist werden, das den Anforderungen dieser Verordnung entspricht. Auch bei Einhaltung dieses Standards werden die Wasser führenden Systeme (z.B. für Übertragungsinstrumente, Mehrfunktionsspritzen, Ultraschall zur Zahnreinigung, Mundspülungen) häufig durch unterschiedliche Mikroorganismen besiedelt. Diese kolonisieren und vermehren sich an den inneren Wandungen der Wasser führenden Systeme. Diese Biofilme können in Perioden der Stagnation zu einer z.T. massiven Kontamination des Kühlwassers führen. ..."
Neben dem Einsatz von Desinfektionsanlagen mit gesicherter Wirkung (es werden keine Details genannt, vermutlich auf Ozon- oder Wasserstoffperoxid-Basis) empfiehlt das Institut u.a.:
  "... Wasser führende Systeme sind zu Beginn des Arbeitstages (ohne aufgesetzte Übertragungsinstrumente) an allen Entnahmestellen, auch am Mundglasfüller, für etwa 2 Min. durchzuspülen. Hierdurch kann die während der Stagnation entstandene mikrobielle Akkumulation erheblich reduziert werden. ..."
"... Die Wasser führenden Systeme können potenziell auch retrograd über die Mundflora der Patienten kontaminiert werden. Die Kühlsysteme müssen daher den Rücklauf von Flüssigkeiten verhindern. Eine mikrobielle Kontamination der Wasser führenden Systeme durch die Behandlung des vorangegangen Patienten wird durch Spülen der zuvor im Mund des betreffenden Patienten benutzten Systeme (auch solcher mit eingebauter Rückschlagverhinderung) über ca. 20 Sekunden vermindert. Am Ende des Behandlungstages sollten die Wasser führenden Systeme nach Behandlung des letzten Patienten ebenso gespült werden, um so eventuell vorhandene Mikroorganismen zu eliminieren. ..."
Gleichwohl ist sich das RKI darüber im Klaren, dass noch keine validierten Werte vorliegen und schreibt deshalb: "... Obwohl das Erkrankungsrisiko für gesunde Patienten oder Behandler aufgrund der aus einer Biofilmbildung u. U. resultierenden Kontamination des Kühl- und Spülwassers als gering einzuschätzen ist bzw. ein Zusammenhang mit zahnärztlichen Behandlungen nur in Form von Einzelfallberichten vorliegt, entspricht es den allgemein anerkannten Prinzipien der Infektionsprävention, das Risiko von Gesundheitsschäden durch Verwendung mikrobiologisch unbedenklichen Wassers zu reduzieren. ..."
Hygiene, Irrigationswasser

Wasserkrebs ; Noma

Wasserkühlung , engl.: water cooling (system) ; Spray

Wasserstoffperoxid
H2O2, auch Wasserstoffperoxyd, Wasserstoffsuperoxyd, Wasserstoffdioxid, Hydrogenium peroxydatum, engl.: hydrogen peroxide; die chemisch instabile Verbindung zerfällt relativ rasch in normales Wasser und einatomigen (naszierenden, "agressiven") Sauerstoff, welcher kurzzeitig als Bakteriengift gilt und eine Bleichwirkung auf Gewebe ausübt. Vielfältiger Einsatz in der ZHK (Desinfektion, Bleichen) meist in Konzentration von 2 - 3 % zur Spülung (Wurzelkanäle, infizierte Wunden) bzw. 10 - 15 % beim Bleichen.
W. wird als potentiell mutagen diskutiert; allerdings hängt eine derartige Schädigung von der Konzentration ab. Sie wird bei zahnärztlichen Anwendungen bei weitem nicht erreicht. Die EU-Richtlinie schreibt dazu: "... Nach dem Stand unserer derzeitigen Kenntnisse ist das Produkt weder mutagen, cancerogen noch teratogen. ..."
Akatalasie, Bleichen von Zähnen, Mundspüllösungen, Natriumperborat, Peroxid

Wasserstrahlgeräte , engl.: water jet; Munddusche

Waterlase ™ , Hydrokinetik

Watterolle
engl.: cotton roll; Standardhilfsmittel aus beschichteter Baumwolle zum "Trockenlegen" eines zahnärztlichen Behandlungsfeldes, besonders dann, wenn kein Kofferdam zum Einsatz kommt / kommen kann. Häufig auch noch als Hilfsmittel zum Stabilisieren des Röntgenfilms bei intraoralen Aufnahmen oder zum Druckfixieren beim Einzementieren einer Restauration eingesetzt. Die in vielen Größen und Variationen - auch mit Drahteinlagen zur besseren Adaption - vorhandenen W. müssen unbedingt vor Entfernung aus dem Mund gut feucht sein, da es sonst zu erheblichen Mundschleimhautverletzungen kommen kann; spezielle Fabrikate sind mit einem Vlies umwickelt und zeigen ein hautfreundlicheres verhalten.
Automaton, Trockenlegen

Wax up
engl.: für in Wachs aufstellen oder planen; in etwa zu übersetzen mit "aus Zahnwachs (Modellierwachs) hergestelltes, der Kiefersituation entsprechendes 1:1 Modell der zukünftigen zahnärztlichen Arbeit ("Simulations-Zahnersatz"; "Simulations-Kaufläche")", um so entsprechende therapeutische Maßnahmen exakt planen und eine vorausschauende Analyse der Auswirkungen einer geplanten Behandlungsmaßnahme durchführen zu können.
Mock-up, Set up


.
Wechselbeziehungen
zwischen Zähnen und dem Gesamt-Organismus, Zähne und ihr Einfluss auf den Körper, engl.: dependencies between tooth and organism; umstrittene und wissenschaftlich nicht abgesicherte Zusammenhänge zwischen einzelnen Zähnen/Kieferbereichen und dem übrigen Körper. So soll beispw. eine Erkrankung des mittleren rechten Schneidezahns Störungen an Stirnhöhle, Muskulatur der unteren Extremität, Fuß, Kreuz und Steißbein, Knie, Niere rechts, Blase, Epiphyse, Nebenhoden usw. verursachen können.

Fokalinfektion, Elektrosensibilität, Galvanismus im Mund, Holodontie, Ohrakupunktur, Psychodontie, Zungendiagnostik
http://www.dr-tilch.de/leistungen/zahnorganbez.htm
Zähne und Organbezüge
http://www.oldenburk.de/files/organbezug_15_14.pdf


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Somatotop einzelner Zähne bzw. Zahngruppen


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Somatotop der Mundschleimhaut



.
Theorie des Penfield'schen Homunculus

Wechselgebiss
Zahnwechsel, Übergang zwischen Milchzahngebiss zum bleibendem Gebiss mit Zähnen beider Dentitionen in der Mundhöhle, engl.: mixed dentition. Der Durchbruch der bleibenden Zähne erfolgt in Etappen:
  1. Etappe Zahnwechsel
5-9 Jahre; Durchtritt Sechsjahrmolar (2. physiologische Bisshebung) und untere mittlere Schneidezähne, dann obere mittlere Schneidezähne, dann nach kurzer Pause unterer seitlicher und nach einem Jahr der oberen seitlichen Schneidezähne.
Es folgt die sog. Wechselpause
  2. Etappe Zahnwechsel
Zuerst erster oberer Prämolar, dann UK Eckzahn und unterer erster Prämolar. Dann zweite oberer und zweiter unterer Prämolar. Als letzte Zähne der Stützzone wechseln oberer Eckzahn und unterer zweiter Prämolar. Dann zweiter Molar (12-Jahr-Molar), (3.phys. Bisshebung) – mit 12,5 - 14 Jahren sollten alle Zähne des bleibenden Gebisses (ausschließlich der Weisheitszähne) vorhanden sein.
  3. Etappe Zahnwechsel
Durchbruch 3. Molar (Weisheitszahn) im 17. – 25. Jahr (4.phys. Bisshebung)

Menschliche Zähne durchbrechen den Kiefer im Laufe des Lebens zweimal ( Dentition). Mit Ausnahme der Säugetiere, werden bei allen Wirbeltieren die Zähne ständig ersetzt ( Polyphyodontie). Bei fast allen Säugetieren findet lediglich einmal im Leben ein Zahnwechsel statt, die sog. Dyphyodontie.

Das W. gilt als besonders Kariesanfällig, da:
die vollständige Mineralisation ("Härte") der durchbrechenden Zahnkrone noch nicht abgeschlossen ist (sog. "Schmelzreifung")
die durchbrechenden Zahnkronen die Kaufläche noch nicht erreicht haben, und so die natürliche Selbstreinigung durch Kaubelastung vermindert ist
kariöse Milchzähne ein Reservoir für Kariesbakterien darstellen, welche bei den noch nicht ausgereiften bleibenden Zahnkronen - wegen mangelnder Widerstandsfähigkeit - einen guten Angriffspunkt haben. Besonders betroffen ist von diesen Umständen der erste große Backenzahn ("Sechsjahrmolar"), der deshalb auch im bleibenden Gebiss einer der Zähne ist, der am häufigsten mit einer Füllung versehen sind.
Als Prävention wird im W. - bei normaler bis hoher Kariesanfälligkeit - eine Fissurenversiegelung oder andere kariesprotektive Maßnahmen empfohlen

Behandlung von Milchzähnen, Dentition,
Dentitionsreihenfolge, Eruption, Gebiss, Mineralisationszeiten, Molarenfeld, Odontoklasten, Postlaktealebene, Tanaka-Formel, Zahnkeim

 



W. mit etwa 8 Jahren: die 4 mittleren
bleibenden Schneidezähne und die
bleibenden 1. Backenzähne
("6-Jahr-Molar") sind schon
durchgebrochen



Panoramaaufnahme eines 11-jährigen.
Deutlich sieht man die noch nicht durchgebrochenen
bleibenden Zähne mit den darüber liegenden Milchzähnen

 

 



physiologischer
Lückenstand im
Milchgebiss kurz
vor der
Wechselphase
(1. Etappe Zahnwechsel)



lingual (hinter)
den Milchzähnen
durchbrechende
bleibende
Schneidezähne

Wechselspülung  ; Wurzelkanalspülung

Weichteile
engl.: soft parts o. tissues; Oberbegriff für alle Gewebe des Körpers, die nicht aus Knochen oder Knorpel bestehen (Muskeln, Sehnen, Fett- u. Bindegewebe, Nerven, Gefäße); genauer: das zum Bewegungsapparat gehörende Gewebe aus Muskeln und Sehnen mit dem subkutanen Gewebe darüber.

Weichteilzyste
Weichgewebszyste, engl.: soft tissue cyst; Oberbegriff für nicht odontogene Zysten, welche in den Körperweichteilen auftreten. Man unterscheidet nach ihrer Herkunft:
dysontogenetische oder fissurale Zysten, wie z.B. Dermoidzysten ("Haargeschwulst"), Halszysten (laterale Kiemengangszysten, Thyreoglossus-Zyste), nasolabiale Zysten
entzündlich-traumatisch Zysten, wie z.B. Mukozele oder Atherom
Da keine Knochenbeteiligung vorliegt, gelingt eine röntgenologische Darstellung der W. befriedigend nur mit einer Kontrastmittelfüllung
Marsupialisation, Zyste

Weingart Zange
engl.: Weingart pliers; mit gerieften Branchen versehene Zange; Einsatz in der Multibandtechnik und zum Entfernen von Brackets

Weiser Drainage ; Dochtdrainage

Weisheitszahn
3. Backenzahn, 8er, Weisheitszähne (Sapientes), engl.: wisdom tooth, third molar, lat. dens serotinus (= (zu)spät kommender Zahn); der letzte in der
Zahnreihe stehende und bei einem normal entwickelten Kiefer am spätestens durchbrechende (zwischen denn 17. und 25. Lbj.) Backenzahn. Häufig aus Platzmangel gar nicht (retiniert) oder nur unvollständig (teilretiniert) durchbrechend, dabei in seiner Lage von der Norm abweichend (verlagert); als Folge einer Gebissreduktion sind einzelne oder alle 4 W. auch gar nicht vorhanden. Der Volksmund bezeichnet in vielen Sprachen diesen Zahn deshalb als "Weisheitszahn", weil der Mensch in diesem Alter (eine mehr oder wenig ausgeprägte ;-) ) Weisheit besitzen sollte.
Weisheitszahndurchbruch, engl.: eruption of the wisdom tooth: Wegen Platzmangel in einem zurückgebildeten Kiefer kommt es besonders bei den unteren W. häufig zu Beschwerden während des (Teil-)Durchbruchs (Fachausdruck: dentitio difficilis); diese äußern sich vorwiegend durch einen reduzierten Allgemeinzustand, Vergrößerung der lokalen Lymphdrüsen, Schwellung und damit verbundener Kieferklemme, lokaler Schleimhautentzündung (bis hin zur "Mundfäule") mit eitrigem Sekret aus der Schleimhautkapuze (s. Abb.) und vermehrtem Speichelfluss. Auch im Kiefer liegende (retinierte) W. können erhebliche Beschwerden bereiten, indem sie auf die Wurzel des davor liegenden Zahnes drücken und dadurch unklare Gesichts- bzw. Ohrenschmerzen verursachen, das Zahnfleisch in der Umgebung häufiger entzünden oder dadurch, dass das Zahnsäckchen zystisch ( Zyste, follikuläre) entartet. Inwieweit nicht durchgebrochene W. für ein Herdgeschehen verantwortlich sind, ist fachlich umstritten und wird von der Alternativmedizin bejaht.
Nicht vollständig durchgebrochene oder eingestellte Weisheitszähne sind manchmal die einzigen Gebiete von Zahnfleischentzündungen im ansonsten gesunden Gebiss. Besonders die hinteren Flächen der dritten Molaren weisen dabei häufig eine stark erhöhte Sondierungstiefe mit entsprechendem Befall pathogener Mikroorganismen in den Taschen auf. Vor allem für junge Patienten ist eine solche Situation eine Quelle chronischer Entzündung im Mund. Bei Taschentiefen > 4mm in der Weisheitszahnregion wird daher häufig die prophylaktische Zahnentfernung empfohlen.
In seltenen Fällen sind im Oberkiefer zusätzliche (überzählige) W. (Distomolar) zu beobachten. Nach dem internationalen Zahnschema werden diese Zähne  mit den Zahlen 19 u. 29 bezeichnet.
Von Seiten der Patienten wird die Entfernung von W. gefürchtet und von operativ tätigen Zahnärzten wird dieser Eingriff als mit überdurchschnittlichen Komplikationen behaftet angesehen. Dies hat mehrere Gründe:
W. sind wegen ihrer anatomischen Lage nur schwer zugänglich
W. weisen im Verhältnis zu anderen Zähnen häufig abnorme Wurzelkrümmungen auf
Für Unterkieferweisheitszähne gilt zusätzlich:
Es besteht häufig eine enge Beziehung zum "Unterkiefernervkanal" (Mandibularkanal); mitunter wird dieser von den Wurzeln sogar umwachsen - Schädigungen (meist vorübergehend) können auch bei vorsichtigem Operieren auftreten
retinierte W. können tief und "verquer" (retiniert und verlagert) im Kieferknochen liegen; größere chirurgische Eingriffe mit einer erschwerten Heilung (Schwellung, Schmerzen, Wundheilungsstörungen) sind die Folge
das Gebiet liegt tief in der Mundhöhle; dadurch ist eine
Selbstreinigung der Wunde selten möglich - auch deshalb ist mit einer erschwerten Heilung zu rechnen
Die Häufigkeit von Komplikationen nach operativer Weisheitszahnentfernung wird als gering angesehen; Parant Skala, Pederson Skala.
Sensibilitätsstörungen (Gefühlsbeeinträchtigungen):
N. alv. inferior 0,4 bis 4,4% ("taube Lippe")
N. lingualis 0,06 bis 1,1%
bleibende Schäden bei etwa 1%
Wundheilungsstörungen:
Alveolitis 0,5 bis 30%
Wundinfektionen 1,5 bis 5,8%
Eröffnungen der Kieferhöhle (Oberkiefer): ca. 11%
• Risiko der Verletzung des 2. Molaren: 0,3%
• Darüber hinaus kann es in seltenen Fällen postoperativ auch zu pathologischen Frakturen des Kieferwinkels kommen.
die Entfernung unterer W. gehört zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen im Kopfbereich. Verletzungen des N. alveolaris inferior ("taube Lippe"), des N. lingualis ("gefühllose, geschmacklose Zunge") sowie Unterkieferbrüche sind zwar äußerst seltene Zwischenfälle, führen dann jedoch häufig zu zivilrechtlichen Haftpflichtklagen. Für den behandelnden Arzt ist es deshalb von großer Bedeutung, welche Ansprüche an Sorgfaltspflicht, Aufklärung und Dokumentation von der Rechtsprechung gestellt werden.
zur Frage des Einlegens eines Drainagestreifens nach Weisheiszahnentfernungen besteht heute häufig folgende Auffassung: Bei Eingriffen unter 15 min und geringer Retention zeigt eine primäre Wundversorgung bessere Heilungsverläufe. Beträgt die Dauer der Osteotomie eines unteren W. weniger als 15 min und überschreitet die Impaktionstiefe des verlagerten Zahnes nicht 10 mm bei vertikaler Achsenneigung und graziler Wurzelform, empfiehlt sich der Wundverschluss durch eine primäre Naht. Erst die tiefere Einlagerung im Knochen, eine ungünstige Schräglage und Wurzelgeometrie (abgekrümmte Wurzeln) macht in Verbindung mit einer längeren Operationsdauer die Einlage eines Drainagestreifens erforderlich.
Verhalten nach einer Zahnentfernung

Eine prophylaktische antibiotische Abschirmung nach ambulanter Weisheitszahnentfernung verbessert Wundheilung nicht. Zu diesem Schluss gelangen Wissenschafter der Wiener Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (PW Pöschl, D Eckel) in einer Studie. Untersucht  wurde die Notwendigkeit einer postoperativen Antibiotikaprophylaxe nach ambulanter Entfernung reaktionsloser unterer Weisheitszähne. Eingeschlossen wurden 175 Patienten, bei denen insgesamt 224 untere Weisheitszähne operativ entfernt wurden. Kein Patient zeigte Symptome einer akuten Entzündung, Schwellung oder Schmerzen zum Zeitpunkt der Entfernung. Die Patienten wurden in 3 Gruppen aufgeteilt, wobei die erste Gruppe eine postoperative Antibiotikaprophylaxe mit Amoxicillin/Clavulansäure, die zweite Gruppe mit Clindamycin jeweils für 5 Tage erhielt. Die dritte Gruppe erhielt keine Prophylaxe. Der postoperative Beobachtungszeitraum betrug 4 Wochen, wobei Schmerz, eingeschränkte Mundöffnung, lokale Wundinfektion und eventuelle Nebenwirkungen evaluiert wurden. Hinsichtlich dieser Parameter konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen gefunden werde. Nach Ansicht der Wissenschafter zeigen die Ergebnisse dieser Studie, dass eine spezifische postoperative Antibiotikaprophylaxe nach ambulanter Weisheitszahnentfernung nicht zu besserer Wundheilung und damit weniger Beschwerden führt.

Eine vorsorgliche Entfernung der W. ist fachlich umstritten und sollte jenseits des 25.-30.- Lebensjahres eher restriktiv betrachtet werden. Derzeit besteht allgemein folgende Auffassung: Wenn beim Durchbruch der W. Beschwerden auftreten oder zu erwarten sind (diese Einschätzung ist mit etwa 16 -17 Jahren u.U. möglich), sollten sie entfernt werden; dabei sollte dieser Eingriff so früh wie möglich erfolgen, denn etwa ab dem 25. Lebensjahr verdichtet sich der Alveolarknochen stärker und das meist "krumme" Wurzelwachstum ist abgeschlossen - Umstände, welche die Entfernung und den Heilungsprozess unnötig komplizieren können.
Auch bei Taschentiefen > 4mm in der Weisheitszahnregion - in einem sonst gesunden Gebiss - wird die parodontalprophylaktische Entfernung empfohlen.
Aber: in einer neuseeländischen Studie brachen 30 Prozent der Weisheitszähne, die von einem Arzt zum Entfernen vorgesehen, aber dann doch nicht operiert worden waren, später durch das Zahnfleisch, ohne irgendwelche Probleme zu machen.

Eine vorsorgliche Entfernung aus kieferorthopädischen Gründen (sog. "tertiärer Engstand") ist ebenfalls fachlich umstritten: Während die DGZMK dazu rät, „so genannte prophylaktische (vorsorgliche) Indikationen (zur Weisheitszahnentfernung) eher kritisch zu betrachten“ und darüber hinaus sogar sagt, „die prophylaktische Entfernung von Weisheitszähnen zur Verhinderung des tertiären Engstandes ist aus kieferorthopädischer Sicht nicht indiziert“, stellt die DGKFO den Sachverhalt etwas differenzierter dar. Die kieferorthopädische Fachgesellschaft weist darauf hin, dass eine Reihe von Ursachen, besonders allgemein wachstumsbedingte, für den tertiären Engstand beschrieben werden, die in keiner Weise mit den Weisheitszähnen zu tun haben. Sie kommt so zu dem Schluss: „Die Vielfalt der ätiologischen (ursächlichen) Faktoren deuten darauf hin, dass die Abhängigkeit zwischen Weisheitszahndurchbruch und Ausprägung eines unteren Frontengstandes keineswegs so linear zu sehen ist, wie es bei oberflächlicher Betrachtungsweise den Anschein haben könnte. Die Entwicklung eines tertiären Engstandes stellt sich vielmehr als sehr komplexer Vorgang dar, bei welchem neben dem Weisheitszahn eine Vielzahl anderer Faktoren eine Rolle spielen können, was eine Vorhersage außerordentlich schwierig gestaltet.“
Autotransplantation, Bruchspaltabszess, Carmalt Drüse, Dentitio difficilis, Gebissreduktion, Germektomie, Impaktion, Kapuze, Kieferklemme, Mineralisationszeiten, Nervenschädigung, Neurapraxie, Parant Skala, Pederson Skala, Pell-Gregory-Klassifikation, Pfahlwurzel, Retention, Spontanfraktur, Wundheilung, Wundinfektion, Zahnkeimtransplantation
Weisheitszahn-OP – die Zeit danach
Der retinierte Weisheitszahn (zm, 2014)
äußerst ausführliche "Leitlinie operative Entfernung von Weisheitszähnen (zzq, 2012)" unter: © ZZQ ; für Patienten
Infos für Patienten
© ZZQ
Video: Weisheitszahnentfernung

 



teilretinierter W.
von Zahnfleisch ("Kapuze") zur Hälfte überdeckt


teilretinierter W.


retinierter W.


retinierter u. verlagerter W., welcher auf die Wurzel des davor liegenden Zahns drückt


normal stehender W. mit stark abgekrümmten Wurzelspitzen



Panoramaaufnahme eines 8-Jährigen.
Deutlich sieht man die noch
nicht durchgebrochenen
Zähne mit den darüber liegenden Milchzähnen.


zu erwartende Probleme beim Durchbruch aus Platzmangel
(die Zahnkeime stoßen an die Kronen der Nachbarzähne)




große follikuläre W.-Zyste
mit der Gefahr einer
Spontanfraktur



Caries profunda am Zahn 7 bedingt durch nicht entfernten u. verlagerten W.

Weissenfluh
Dr. Hans von, Schweizer Zahnarzt aus Zweisimmen gilt als Erfinder der ersten Munddusche, der "settima"-Zahnpasta und Gründer der Fa. Hawe Neos Dental (1934); in der ZHK bekannt durch:

Weißgold , engl.: white gold; legierungsbedingte Farbveränderung des Grundmaterials Gold durch Beimischung von Palladium oder Nickel;  Blassgold

Weißmacher Zahnpasten
Bleichzahnpasten, engl.: whitening toothpastes; zu den Kosmetika zählende Präparate zur Aufhellung der Zahnfarbe und/oder zum Entfernen von Zahnverfärbungen. Einteilung hinsichtlich der Wirkungsweise in 2 Gruppen:
konventionell auf der Basis von abrasiven Putzkörpern:
Es kommen kleine Partikel mit einer Korngröße zwischen etwa 1 Mikrometer (1 µm) und 15 µm zum Einsatz. Häufig werden dafür Putzkörpertypen auf Aluminiumoxidtrihydrat-, Aluminiumoxid-, Kalziumkarbonat- (Kreide), Kieselsäurebasis sowie unlösliche Metaphosphate mit variierender Kornhärte verwendet. Die Verfärbungen werden durch einen mehr oder weniger starken Abrieb entfernt; es bleibt nicht aus, dass dadurch auch gesunde Zahnsubstanz verloren geht. Einsatz vor allem in "Raucher-Zahnpasten". Jüngere Modifikationen sind spezielle Putzkörper (z.B. Perlit als Abrasivstoff) oder kleine weiche Kunststoffkügelchen.
auf der Basis chemisch reinigender Wirkstoffe (Einsatz alleinig oder unterstützend zur konventionellen Gruppe):
Verschiedene Verbindungen (z.B. Pyro- und Polyphosphate) lösen die Verfärbungen an, um diese dann leichter mit der Zahnbürste entfernen zu können. Weiter binden diese Substanzen Kalzium-Ionen aus dem Speichel, welche sich in die Plaque einlagern können und zu deren Verkalkung führen. Andere Möglichkeiten sind der Einsatz von Zitronenextrakten (Zitronensäure) oder dem Enzym Papain.
Wasserstoffperoxid ist - im Gegensatz zum US-Markt - EU-weit nur in der wenig wirksamen 0,1%igen Konzentration erlaubt und kommt deshalb nicht zum Einsatz.
Zahnpasta

Weiterbildung
engl.: postgraduate training, further training; fachliche Vertiefung der beruflichen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in einem definierten Gebiet der ZHK, in Verantwortung einer Zahnärztekammer nach dem Heilberufe-Kammergesetz. Sie führt zu einer Gebietsbezeichnung bzw. zum "Fachzahnarzt für ...". Die W. erfolgt in praktischer Berufstätigkeit und theoretischer Unterweisung; sie umfasst die für den Erwerb der jeweiligen Gebietsbezeichnung erforderliche Vertiefung der beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten. Dauer, Inhalt und weitere Einzelheiten werden in den Weiterbildungsordnungen der Kammern geregelt.
"Die Weiterbildung zum Fachzahnarzt einerseits und der Erwerb des PhD und die Habilitation andererseits sind die höchsten Stufen der postgradualen Qualifizierung. Die Weiterbildung besteht grundsätzlich aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. In den Weiterbildungsordnungen sind meist Mindestanforderungen (z.B. OP-Katalog - Oralchirurgie) definiert und sie wird beendet mit einer Prüfung vor der zuständigen Kammer. Bei dem PhD und der Habilitation handelt es sich hingegen um eine primär wissenschaftlich orientierte Zusatzqualifizierung deren Mindestanforderungen an wissenschaftlichen Leistungen von den medizinischen Fakultäten definiert und die mit Prüfungen innerhalb der Fakultäten abgeschlossen werden. (aus einem Positionspapier von DGZMK und VHZMK, 2008)"
Zur Einordnung der Weiterbildung in der ZHK:
die zahnärztliche Ausbildung unterliegt der Studien- und Approbationsordnung und ist in D den Universitäten vorbehalten. Mit Erlangung der Approbation wird ein „berufsfähiger“ Zahnarzt erwartet. Eine "Praxisfähigkeit" ist i.d.R. noch nicht vorhanden ( Vorbereitungszeit)
die zahnärztliche Fortbildung ist eine Berufspflicht und u.a. im Heilberufsgesetz und in den Kammergesetzen geregelt
die zahnärztliche Weiterbildung bedeutet eine Zusatzqualifikation auf Grund gesetzlicher Bestimmungen (praktische Tätigkeit, theoretische Unterweisung). Wird von den Zahnärztekammern geregelt und muss von diesen anerkannt werden, sonst darf keine entsprechende Gebietsbezeichnung geführt werden.
ECTS-Leistungspunktesystem, Fachzahnarzt für ..., Fortbildung, Fortbildung (postgraduierte), Implantologie (Bezeichnungen, Titel), Master, Parodontologie, Stomatologie
Muster-Weiterbildungsordnung der Bundeszahnärztekammer (2012) o. © BZÄK
Weiterbildungsordnung der ©: Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg (2009)

Weltgesundheitsorganisation; WHO

Werbung
engl.: publicity; Information und Kommunikation über das Leistungsangebot und die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Der sensible Bereich der Werbung im Gesundheitswesen bedarf dabei - anders als in der freien Wirtschaft - besonderer Kriterien, denn schließlich sollte der Patient als Laie darauf vertrauen können, dass die Informationen zutreffend sind. Mit einer Integration in den europäischen Binnenmarkt und durch höchstrichterliche Entscheidungen ist in den letzten Jahren eine erheblich Liberalisierung zu beobachten, dies vor allem im Sinne eines gesteigerten Informationsbedürfnisses der Patienten. Bedingt durch diese Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, ist das (zahn-)ärztliche Berufsrecht nicht mehr allein maßgeblich. Hier greifen vor allem das Heilmittelwerbegesetz (HWG, http://www.aufenthaltstitel.de/) und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG, http://transpatent.com); siehe auch "Urteil: Ärzte dürfen sich im Kittel zeigen, doch viele andere Verbote bleiben bestehen". Am häufigsten wird dabei gegen Paragraph 11 HWG verstoßen, der die im normalen Geschäftsleben üblichen suggestiven Werbemethoden für das Gesundheitswesen verbietet. Mit Dankschreiben von Patienten oder Empfehlungen Dritter etwa darf ein Arzt deshalb ebenso wenig werben, wie mit Werbeaussagen, die falschen Eindrücke erwecken.
In den (zahn-)ärztlichen Berufsordnungen ist ein entsprechendes Verhalten bei der Außendarstellung der Berufsangehörigen vorgeschrieben.
Im Verlauf der letzten Jahre hat der Bundesgerichtshof (BGH) seine Rechtsprechung zur Arztwerbung gelockert und weiter den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs angepasst. Nach einem Urteil ist Werbung in Berufskleidung (umstrittener Paragraf 11 des Heilmittelwerbegesetzes *)) nun nur noch verboten, wenn sie "geeignet ist, das Laienpublikum unsachlich zu beeinflussen und dadurch zumindest eine mittelbare Gesundheitsgefährdung zu bewirken".
*) im Paragraf 11 Heilmittelwerbegesetz heißt es: 1. Außerhalb der Fachkreise darf für Arzneimittel, Verfahren, Behandlungen, Gegenstände oder andere Mittel nicht geworben werden … 2. mit Angaben, dass das Arzneimittel, das Verfahren, die Behandlung, der Gegenstand oder das andere Mittel ärztlich, zahnärztlich, tierärztlich ... fachlich empfohlen oder geprüft ist oder angewendet wird ... 4. mit der bildlichen Darstellung von Personen in der Berufskleidung oder bei der Ausübung der Tätigkeit von Angehörigen der Heilberufe, des Heilgewerbes oder des Arzneimittelhandels ...



Wie wird eine Zahnarztpraxis gefunden?

Ein bemerkenswertes Urteil zur Liberalisierung der Werbung hat das Bundesverfassungsgericht 2011 veröffentlicht (entnommen aus zm-aktuell):
"Verfassungsgericht erlaubt Zahnärzten und Ärzten mehr Werbung
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) erlaubt Zahnärzten und Ärzten mehr Werbung. Ein Zahnarzt dürfe in Anzeigen auch unter Verwendung von Fotos mit der technischen Ausstattung seiner Praxis werben, entschied das Gericht in einem Beschluss.
Auch sei es zulässig, neben der Praxis zugleich für die Dienstleistungen eines Zahnlabors und eines Fachverlags zu werben. Die grundrechtlich geschützte Berufsfreiheit von Ärzten und Zahnärzten umfasse das Recht auf "berufsbezogene und sachangemessene Werbung", so die Richter.
Ein Zahnarzt aus Nordrhein-Westfalen hatte in einer Anzeige gleichzeitig für seine Praxis, sein Labor und seinen Fachverlag geworben. Die Berufsgerichte sahen darin einen Verstoß gegen die zahnärztliche Berufsordnung. Dem widersprachen die Verfassungsrichter: "Es gibt keine Gründe des Gemeinwohls, die ein generelles Verbot der Verbindung von zahnärztlicher und gewerblicher Tätigkeit im Bereich der Werbung (...) rechtfertigen können", heißt es in der Begründung.
Bereits in früheren Entscheidungen hatte das Gericht ein grundsätzliches Recht von Zahnärzten und Ärzten auf Werbung anerkannt. Traditionell sind die Werbemöglichkeiten für Ärzte aus berufsrechtlichen Gründen stark beschränkt.
Diese Beschränkungen sind nach der Rechtsprechung aber nur gerechtfertigt, soweit sie zum Schutz des Vertrauens in die Integrität der Ärzteschaft erforderlich sind. Der Patient soll "darauf vertrauen können, dass sich der Arzt nicht von kommerziellen Interessen leiten lässt".
BVerfG - Az.: 1 BvR 233/10 und 1 BvR 235/10"

Berufsordnung, Freie Berufe, Interessensschwerpunkte, Prophylaxeshop
2013: Für "Irreführung" liegt die Latte heute viel höher
Der werbende Zahnarzt - Erlaubte Informationen und berufswidrige Werbung
Die Verwendung von Berufs- und Qualifikationsbezeichnungen im Lichte des Wettbewerbsrechts – eine Rechts- und Rechtsprechungsübersicht
Kein Patent fürs "perfekte Lächeln"
AMG-Novelle - Arztwerbung: Jetzt gelten neue Regeln
Früher Risiko – heute (2013) Chance: Vorher-Nachher-Fotos
Dürfen Zahnärzte mit Gewinnspielen oder Preisausschreiben werben?

Werkstoffkunde
auch: Material- und Werkstoffkunde, engl.: (dental) materials science; Wissenschaft, die sich mit Eigenschaften und Verhalten verschiedener Werkstoffe (metallische u. nichtmetallische) bezüglich Belastung, Verschleiß, Korrosion, Optimierung und Wiederverwendung befasst.
Propädeutik, Sicherheitsdatenblätter
"Kleine Werkstoffkunde" (2014)
Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien e.V. (DGPro); http://www.dgpro.de/
Biokompatibilität zahnärztlicher Werkstoffe: http://www.hartgewebe.de/FH_Biolokompatibilitaet.html
Metalle im Mund
Verträglichkeit (Zytotoxizität) dentaler Werkstoffe: http://www.db-thueringen.de/
Erfolg und Misserfolg – Materialien und Unverträglichkeiten (S. 33)
Die Biokompatibilität von Komposit-Kunststoffen (©: Zahnärztliche Mitteilungen, 2006)

Werkvertrag
engl.: contract for work and labour; nach § 631 BGB gilt:
(1) Durch den Werkvertrag wird der Unternehmer zur Herstellung des versprochenen Werkes, der Besteller zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.
(2) Gegenstand des Werkvertrags kann sowohl die Herstellung oder Veränderung einer Sache als ein anderer durch Arbeit oder Dienstleistung herbeizuführender Erfolg sein.
I. d. R. in der ZHK bei prothetischen Behandlungen mit dem Dienstvertrag (der keinen Erfolg garantiert) kombiniert. So stellt z.B. die handwerkliche Anfertigung (von einem Zahntechniker) einer Prothese oder Krone ein „Werk“ dar - ähnlich dem eines Tisches beim Schreiner - und garantiert einen Erfolg. So wie der Tisch nicht wackeln darf und nicht unter der Last einer Tafel zusammenbrechen darf, muss z.B. die Okklusionsfläche einer Krone so stark sein, um nicht schon nach kurzer Zeit durchgebissen zu sein.
Mängelrüge ist bis zu 2 Jahren möglich (z.B. versteckter oder arglistig verschwiegenen Mangel: die Goldkrone aus angeblich hochwertigem Edelmetall entpuppt sich als billige Messingkrone).
Dentallabor, Dienstvertrag, Honorar

Wert einer Zahnarztpraxis
finanzielle Bewertung einer Praxis, Verkehrswert, engl.: (market) value of a dental practice; versch. Methoden zur Bestimmung des Wertes einer Praxis, wobei eine rechtlich verbindliche Methode zur Feststellung nicht existiert. Bei Gerichten herrschen zwei verschiedene Bewertungsverfahren vor, die Ärztekammermethode und die Ertragswertmethode. Beide Verfahren unterscheiden zwischen Substanzwert und ideellem Wert (sog. Goodwill), wobei letzterer i.d.R. höher ist:

Gemeinschaftspraxis, Niederlassung
Der materielle Praxiswert (2014)
http://www.praxisbewertung-praxisberatung.com/artikel-iww-praxisbewertung.htm
Investitionen bei der zahnärztlichen Existenzgründung 2012

Weski
Oskar, Berliner Zahnarzt (1878-1952), bekannt durch die Ursachen und Behandlungsforschung in der Parodontologie; gilt als einer der Beschreiber eines systematischen Behandlung von Parodontopathien:

Weskis Gedanken bildeten über Jahrzehnte (seit 1928) die Grundlage der mit den Gesetzlichen Krankenkassen abgeschlossenen Parodontalverträge (PA-Vertrag). Besonders wegen einer Übergewichtung der allgemeinen und funktionellen Faktoren (z.B. wird dem okklusalen Trauma eine zu große Bedeutung zugemessen) gilt die "Weski Trias" heute als zu wenig differenziert in ihrer Beschreibung und den daraus folgenden Behandlungskonsequenzen.

Wetjets ; Kofferdam

Weyers-Syndrom , IridoDentales Syndrom

Wharton Gang, -Gänge ; andere Bez. für den paarigen Ductus submandibularis = Ausführungsgang der Unterkiefer-Speicheldrüse

Whip-Mix Artikulator
kiefergelenkbezogener, teiljustierbarer Artikulator mit zwei künstlichen, umschraubbaren Gelenken, die die Führungsfunktion der Kiefergelenke imitieren (sog. Typ IV-Artikulator); der Interkondylarabstand ist in drei Größen veränderbar (Position S (small) = 90 mm ; Position M (middle) = 110 mm ; Position L (large) = 130 mm).
http://whipmix.com/catalog/occlusion/
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/habil-online/00/00H136/habil.pdf

White Spot
white spot lesions“ (WSL), Initialkaries, Initialläsion, "Kreidefleck", beginnende sichtbare Karies, incipient caries, engl.: auch initial caries; beginnende sichtbare "kreidige" Veränderung (Entkalkung) des Zahnschmelzes und einer rauen, unter Trockenlegung opak erscheinenden Oberfläche; i.d.R. an den Zahnhälsen auftretend.
Diese Veränderungen resultieren aus schrittweise auftretenden pH-Schwankungen im Biofilm der Plaque, welche durch Bakterien-Stoffwechselprodukte verursacht werden. Die Opazität zeigt den Grad des Demineralisationsprozesses an: Mineralverlust in den oberen Schmelzschichten führt zu erhöhter Porosität. Diese hat eine unterschiedliche Lichtbrechung und den Verlust der normalen Transluzenz des Zahnschmelzes zur Folge.
Durch geeignete Maßnahmen - lokale Fluoridzufuhr, antibakterielle Gelees, gute Mundhygiene - ist in diesem Stadium noch eine "Ausheilung" der Karies im Sinne einer Remineralisation möglich.
Bräunliche Verfärbungen, als "Brown Spot" bezeichnet (Abb. re. außen), resultieren aus der Einlagerung von Farbstoffen bei einer zum Stillstand gekommenen Karies, welche das Stadium des W. S. nicht überschritten hat. Im Gegensatz zur Zahnhalskaries ist dieser Bezirk nicht durch Karies fühlbar erweicht.
Brown Spot, Initialkaries, Fluoride, Kariestherapie
Mikroinvasive Behandlung von post-orthodontischen White Spots auf Glattflächen
Kariesprophylaxe als multifaktorielle Präventionsstrategie (Habilitationsschrift, sehr detailliert)




W
. an den Zahnhälsen der Frontzähne
(mangelnde Zahnpflege;
Gingivitis)



"stabilisierter" W.
nach Fluoridierung

 

 


Whitestrips
Bleichplaster, Bleichfolien zum häuslichen Gebrauch beim Bleichen der Zähne; im Jahr 2000 in den USA als "Bleichsystem ohne Schienen" für den häuslichen Gebrauch eingeführt. Allerdings: Beim Bleaching mit W. gelangen rund doppelt so hohe Konzentrationen von Peroxiden in den Speichel wie durch den Einsatz von konventionellen Schienensystemen; die Werte liegen jedoch noch immer weit unter den Konzentrationen, die nach heutigen Kenntnissen systemische Nebenwirkungen verursachen könnten.
Bleichen/Bleaching der Zähne

WHO
World Health Organisation, Weltgesundheitsorganisation; 1948 als Sonderorganisation (Unterabteilung) der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf gegründet; 193 Mitgliedsstaaten (2010). Eines ihrer Ziele ist laut Definition: "einen Zustand des völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens, und nicht nur als die Abwesenheit von Krankheiten und Gebrechen" bei allen Völkern der Erde herbeizuführen. Erhebung des Mundgesundheitszustandes ihrer Mitgliedsländer. Beschlüsse der WHO haben keine gesetzlich bindende Kraft, wohl aber eine moralische Verpflichtung für jeden Staat.
Im zahnmedizinischen Bereich wurde seitens der WHO als Fernziel von Präventionsmaßnahmen die Formel "22-77-99" aufgestellt, was heißen soll, dass bei 77jährigen noch mindestens 99 % der Bevölkerung 22 eigene Zähne haben sollten.
Mundgesundheit
WHO-Datenbank "Gesundheit für alle" mit zahlreichen europäischen Informationen (in Deutsch)
http://www.who.int/

WHO Sonde
standardisierte Parodontalsonde, Messgerät zur Zahnfleischtaschentiefe, engl.: WHO probe; von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Zahnfleischtaschen-Sonde, welche eine Kugel von 0,5 mm Durchmesser an der Spitze trägt. Im Bereich von 3,5 bis 5,5 mm ist sie mit einem schwarzen Band markiert (s. Abb.). Weltweiter Standard bei der Messung der Zahnfleischtaschentiefe im Rahmen von sog. Indexerhebungen. Für die Sondierung soll nur ein leichter Druck von 0.25N (25g) angewandt werden.
In jüngerer Zeit wird eine Messung der Taschentiefe erst nach einer parodontalen Vorbehandlung (Initialtherapie: Symptomatische Therapie, Mundhygiene, Ultraschall) empfohlen, da sonst die Ergebnisse verfälscht sein könnten: Entweder stößt die Sonde in der Zahnfleischtasche auf Konkremente, oder sie touchiert entzündetes Gewebe und verletzt dieses. Dadurch sind Fehlmessungen bis zu 2 mm nicht ausgeschlossen.
BOP, Borodontic Sonde, Community Periodontal Index of Treatment Needs, CPINT, Gentle Probe, Gingiva-Index, ICDAS, Parodontalsonde, Parodontitisdiagnose, Parodontometer, Zahnfleischtasche


 

Wickham Streifung, Lichen ruber planus

Widman-Neumann Operation, engl.: Widman flap; Lappenoperation

Wiegold
Phantommetall auf Messingbasis (Kupfer-Zink-Legierung mit weiteren Zusätzen wie Al, Co, Fe, Pb, Sn, Zn). Eingeführt im 1. Weltkrieg, dient W. heute noch als Werkstoff für Zahnersatz-Übungsarbeiten 
Legierung, Palliag, Randolf

Wild-Klassen
engl.: Wild's categories (classifications); Einteilung von Zahnlücken. Im Vergleich zu den anderen Klassifikationen (Eichner, Kennedy) einfache Unterscheidung in Schaltlücke, Freiendlücke und eine Kombination aus beiden Lückenarten.
Details siehe Abbildung
                                   
Abstützung, Eichner-Klassen, Kennedy-Klassen, Lückengebiss


Willebrand-Jürgens-Syndrom
auch: Von-Willebrand-Syndrom, vaskuläre Pseudohämophilie A, engl.: von Willebrand's disease; nach dem finn. Entdecker benannte Blutgerinnungsstörung mit dominantem Erbgang. Gilt als die häufigste vererbbare Blutgerinnungsstörung überhaupt. Etwa 1 Prozent der Bevölkerung in Deutschland soll die genetische Veranlagung dafür haben, wobei die Stärke unterschiedlich ausgeprägt ist. Bei der echten "Bluterkrankheit" (Hämophilie, betrifft nur das männliche Geschlecht) ist zuwenig Faktor VIII vorhanden. Bei dem W.-J.-S. fehlt ein Cofaktor, der die Bildung von Faktor VIII unterstützt. Zur Blutungs-Prophylaxe bei zahnärztlichen Eingriffen kann dieser Faktor injiziert werden.
Blutgerinnungsstörung
Wissenswertes zum Von-Willebrand-Syndrom
http://www.netzwerk-vws.de/

Wilson Kurve
transversale Okklusionskurve, engl.: Wilson's curve, transversal curvature; im Gegensatz zur Spee-Kurve verläuft die W. K. in transversaler Richtung über die bukkalen und dann lingualen Höcker der Unterkiefermolaren. Die zur Zunge hin gebogene Kurve hat eine Bedeutung in der Kalottenartikulation bei Vollprothesen
Kompensationskurve


Winkelhalbierungstechnik
Halbwinkeltechnik, engl.: bisection (line of an) angle technic; Begriff aus der Röntgenologie für ein spezielles Aufnahmeverfahren zur Verzerrungsfreien Darstellung des Aufnahmeobjektes. Das 1907 eingeführte Verfahren gilt wegen seiner Ungenauigkeit bei der Einstellung exakt auf eine imaginäre Ebene als überholt.
Halbwinkeltechnik, laterale Zahnaufnahme, Paralleltechnik, Rechtwinkeltechnik, Tubus

Winkelhoff-Cocktail
nach van Winkelhoff (van Winkelhoff et al. 1989, J Clin Periodontol, Vol.16: 128-131), Kombination von Amoxicillin und Metronidazol, engl.: do.; Empfehlung zur Behandlung einer akuten, aggressiven Parodontitis: 3 x 375 mg Amoxicillin & 3 x 250 mg Metronidazol über 8 Tage.
Metronidazol wirkt in dieser Kombination nicht als Antibiotikum, sondern auf den Biofilm und ermöglicht somit dem Amoxicillin erst den Zugang zu den Keimen.
Als praktische Empfehlung gilt z.B.: Amoxihexal® 750 mg, 20 Tabl., alle 8 h eine halbe Tabl. über 7 Tage; Arilin® 250, 2x12 Tabl., alle 8 h eine Tabl. über 7 Tage (beide Präparate zusammen einnehmen).
Antibiotikazufuhr bei Zahnfleischerkrankungen, Doxycyclin
http://www.ingentaconnect.com/ ; http://www.joponline.org/
Doxycyclin in der PA-Therapie ; ©: Niedersächsisches Zahnärzteblatt 1/2011

Winkelmerkmal , engl.: angle characteristic; Zahnmerkmale

Winkelstück
abgewinkeltes Präparationsinstrument, "abgewinkelter Bohrer", engl.: contra-angle o. right-angle (dental drill); Schlagwortbezeichnung für ein rotierendes Bohrinstrument zur abgewinkelten Kraftübertragung von einem (Mikro-)Motor; in der ZHK zur Zahnbearbeitung ( Präparation) neben einer Turbine gebräuchlich. Je nach Verwendungszweck und zu bearbeitendem Material (Schmelz = hohe Drehzahl) drehen diese Geräte mit wenigen hundert bis zu mehreren hunderttausend Umdrehungen/min. Farbliche Kennzeichnung der Geschwindigkeiten am Unterteil der W.
Je nach Einsatz mit normalem Schaft oder FG-Schaft auf dem Markt.
Unter einem Feilwinkelstück versteht man ein W., welches keine rotierende, sondern eine oszillierende Bewegung durchführt. Einsatz z.B. zur Glättung des Interdentalraumes oder bei der Wurzelkanalaufbereitung.
Airotor, Bohren, Bohrer, Doriot Gestänge, FG-Schaft, Giromatic, Handstück, Präparation
Statement des Arbeitskreises Dentalinstrumente (AKDI) zur Aufbereitung von zahnärztlichen Übertragungsinstrumenten (Hand- und Winkelstücke/ Turbinen, 2010)


Winkelstück mit eingespanntem "Bohrer"

Wipla ™ Legierung
Abk. von "Wie Platin"; Modellguss-Stahl mit Chrom-Nickelzusätzen. Vor  Entwicklung der Gusstechnik wurden starke Stahlbleche aus Wipla entsprechend geprägt um eine Stahlbasis zu erhalten ("Wipla™ Prägetechnik").

Wirtschaftlichkeitsgebot
"wirtschaftlich", engl.: efficiency principle; Begriff aus dem Sozialgesetzbuch und Richtlinie für die Behandlung einer gesetzlich versicherten Person. Danach hat eine Behandlung wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig ("WANZ") unter Berücksichtigung der zahnmedizinischen Regeln zu erfolgen. Dieses sozialrechtliche Gebot bedeutet nicht, dass darüber hinausgehende Maßnahmen überflüssig seien. Vielmehr besteht bei der "schwammigen Definition" oft eine Diskrepanz zwischen sozialer (kassenwirtschaftlicher) und medizinischer Notwendigkeit. Die Übergänge zu einer medizinisch optimalen Behandlung sind nach dem Gebot fließend - ja manchmal gar nicht möglich - und bieten mitunter Streit zwischen dem Behandler und der sachleistungspflichtigen Krankenkasse. Beispielhaft sei hier der große Kreis der prophylaktischen Leistungen erwähnt. Obwohl über den Sinn und die Erfolge derartiger, vorbeugender Behandlungen medizinisch kein großer Diskussionsbedarf besteht, werden von den Gesetzlichen Krankenkassen nur wenige dieser sinnvollen Leistungen übernommen. Wünscht der Versicherte trotzdem derartige Leistungen, so müssen diese von ihm auf der Grundlage der amtlichen Gebührenordnung (GOZ) selbst bezahlt werden. Problematisch ist weiter, dass die Hochschulmedizin i.d.R. mit neuen Methoden den Fortschritt in die Zahnmedizin einführt, ohne auf eine Leistungserbringung unter dem Sozialrecht einzugehen bzw. neue Methoden nicht nach Evidenz- und Wirtschaftlichkeitskriterien bewertet.
Daraus ergibt sich juristisch folgende Problematik:
Jeder Gesetzlich Versicherte hat stets Anspruch auf eine angemessene Behandlung, die Honorare der Ärzte sind aber begrenzt ( Budget). Weiter muss das W. beachtet werden. Haftungsrechtlich besteht aber nur dann eine Sicherheit, wenn stets das Optimale angeboten wird.

Zur Überprüfung des Wirtschaftlichkeitsgebots, der sog. Wirtschaftlichkeitsprüfung (eng.: economic feasibility check) existiert ein bei den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen angesiedelter Prüfungsausschuss
BEMA, erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig, Festzuschüsse, Gemeinsamer Bundesausschuss, GKV-Versorgungsgesetz, GMG, Grundversorgung, IGel-Leistungen, Kassenabrechnung, Kostenerstattung, MDK, medizinisch notwendig, Priorisierung, Prüfungsausschuss, Regelversorgung, Regress, Selbstverwaltung, Sozialgesetzbuch, Tagesprofilen, Therapiefreiheit, Vertragszahnarzt

Wirtschaftlichkeitsprüfung , Wirtschaftlichkeitsgebot

Wischdesinfektion
engl.: wipe disinfection; hygienische Maßnahme zum oberflächlichen Desinfizieren von Behandlungsutensilien, welche anderen Formen der Keimabtötung / -verminderung nicht zugänglich sind. In der ZHK gebräuchlich zur hygienischen Reinigung der Behandlungseinheit, damit verbundener, nicht sterilisierbarer Geräte und der Fußböden. Zum Einsatz kommen Präparate auf Basis (allein oder in Kombination) von aromatischen Alkoholen, quartären Ammoniumverbindungen und nichtionischen Tensiden, so z.B. Terralin™
Hygiene

Wismutsaum
engl.: bismuth (sulfide) line; heute nur noch äußerst selten anzutreffende schiefergraue bis schwarze Wismutsulfidablagerungen in der Gingiva längs des Zahnfleischrandes sowie in der gesamten Mundschleimhaut (Stomatitis bismutica). Gaben von Wismut-Präparaten bei der heute obsoleten Syphilis-Therapie und Lichen Behandlung waren dabei die Hauptquelle.
Schwermetallsaum


wissenschaftlich anerkannt
engl.: scientifically recognized; nicht näher geregelte Bezeichnung für ein Material bzw. eine Methode, welche sich nach Untersuchung unterschiedlicher wissenschaftlicher Arbeitsgruppen bewährt hat und reproduzierbar ist.
Evidenz, klinisch getestet; Praxiserprobt, unbedenklich.


zu Wn-Wz

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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